14.10.2006 - SV Hermsdorf - TV Petterweil

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Infos zum Spiel:

Datum: 14.10.2006
Halbzeit- / Endstand: 21 : 13 / 32 : 31
Schiedsrichter: Pioro (TuS Zimmerode) / Wilck (HSV Sömmerda)

Spielbericht (Quelle Homepage SV Hermsdorf)
Spielbericht 1:
Das Ziel war klar. Nach dem positiven Abschneiden in Haßloch, konnte es gegen den unmittelbaren Tabellennachbar Petterweil nur heißen – Heimsieg. Konzentriert gingen in den ersten Minuten die Kreuzritter zu Werke. Petterweil, von dem euphorischen Ansturm überrascht, fand in den ersten Minuten nicht zu seinem Spiel. Folgerichtig stand es somit nach 4,5 Minuten für die Kreuzritter bereits 4:1.

Unbeirrt zog der SVH, aus einer sicheren Abwehr heraus agierend, seine Spielzüge auf. Sehenswerte Paraden von Passarge und Liebelt gaben zudem den Angreifern den nötigen Rückenwind, um die streckenweise, gut vorgetragenen Spielzüge erfolgreich abzuschließen. Ferenc Bergner, mit kämpferischen Siegeswillen, glänzte in diesen Momenten mit schönen Torerfolgen. Eine Welle der Begeisterung erfasste die Mannschaft, welche von dem Hermsdorfer Publikum aufgenommen und mitgetragen wurde.

Petterweil, von seinem Anspruch, die zwei Punkte aus dem Holzland zu entführen, zu diesem Zeitpunkt des Spiels meilenweit entfernt. Einzig D’Aveta und Olbrich konnten sich entscheidend in Szene setzten, um den Vorsprung der Hermsdorfer nicht allzu groß werden zu lassen. Mit einer, für die Hermsdorfer bis zu diesem Zeitpunkt verdienten Führung von acht Toren (21:13) ging es in die Halbzeitpause.

Oft würde in den zurückliegenden Spielen bereits darauf hingewiesen, dass es zum erfolgreichen Abschneiden in der Regionalliga nicht ausreicht, 30 Minuten einen sehenswerten Handball zu spielen. Würde es den Kreuzrittern gelingen, an die Phasen der ersten Halbzeit anzuknüpfen? – Eine Frage, welche sich in der Pause sicherlich viele Zuschauer stellten.

Engagiert betraten die Kreuzritter das Parkett. Den ersten Heimsieg vor Augen überraschten sie das Publikum mit einer ebenso konzentrierten und erfolgreichen Spielweise, wie sie in der ersten Hälfte zu sehen war. Als Lohn war in der 38. Spielminute (23:13) eine komfortable 10-Tore-Führung zu erkennen.

Petterweil, im Versuch die drohende Niederlage abzuwenden, verstärkte seine Abwehrarbeit. An der Manndeckung für Bergner und Klecha wurde ebenfalls energisch festgehalten. Der Spielfaden der Hermsdorfer schien durchbrochen. Stefan Riedel und Norman Kietzmann faden zu diesem Zeitpunkt nicht zu ihrem, wie sonst gewohnten Torerfolg.

Petterweil nutzte die Zeichen der Zeit. Unbeirrt, nach jeder Chance greifend, versuchten Sie den Spielverlauf zu dominieren. Mehr und mehr gelang es Ihnen, begünstig durch die, in der Zwischenzeit – 42. und 47. Spielminute – ausgesprochenen Zeitstrafen und roten Karten gegen Klecha und Bergner, sich an die Hermsdorfer Führung heranzukämpfen.

Hektik machte sich breit. Von einem sehenswerten Spiel, wie in den ersten 30 Minuten, konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr reden. Einzelaktionen auf Seiten der Hermsdorfer, welche streckenweise nur mit vier Feldspielern agierten, bestimmten das Bild. Die Deckung von Petterweil stand sicher, und verwehrte um das eine und andere mal den so wichtigen Torerfolg für die Kreuzritter.

Im Gegenzug spielt die Mannschaft aus Petterweil sicher auf. Konzentriert trugen sie ihr Spielsystem vor und waren mit einfachen Treffern gerade über die Außenpositionen erfolgreich. Der Lohn für diesen aufopferungsvollen Kampf war zum Zeitpunkt der 57. Spielminute von der Anzeigetafel zu entnehmen – 30:30 Gleichstand.

War das die Wende, in einem aufopferungsvollen Spiel auf beiden Seiten? Mit einem sehenswerten Treffen über die Außenposition gelingt Hermsdorf der Führungstreffer. Im Gegenzug kann Petterweil erneut mit einem Treffer über Halbrechts ausgleichen. Die Sekunden verrinnen. Gespannt der Blick auf den Spielaufbau der Hermsdorfer und zeitgleich zur Uhr. Mit der Wucht der Verzweiflung befördert Stefan Riedel den Ball ins gegnerische Netzt. Führung! Die Euphorie auf den Rängen kennt kein Halten.

Die letzte Spielminute. Alles konzentriert sich auf den wo möglich letzten Angriff der Gäste. Die Deckung steht. Agiert entschlossen. Sekunden bis zum Spielende. Ein Pfiff – sieben Meter für die Gäste. Entsetzten und Ratlosigkeit machen sich breit. Ein letztes Duell, Mann gegen Mann wird dieses Spiel entscheiden. Der Heimsieg der Hermsdorfer steht sprichwörtlich auf Messerschneide. Pierre D’Aveta, ungeschlagener 7-Meter-Schütze steht am Punkt. Im Hermsdorfer Gehäuse, unbeeindruckt so scheint es, von den Sprechgesängen des Publikums, welche seinen Namen, wieder und wieder rufen, Pierre Liebelt.

Alle Blicke richten sich auf dieses Duell. Der Pfiff. Liebelt wirft sich in die Ecke – gehalten. Das Publikum tobt. Es gibt kein Halten. Eine Traube aus begeisterten Spielern, Fans und Betreuern finden sich zum Freudentanz.

Tränen bei den Gästen. Aufopferungsvoll gekämpft. Den Sieg vor Augen blieb es Ihnen jedoch nicht erspart, die bittere Pille einer Niederlage zu schlucken.

Mögen die Wogen der Begeisterung noch so hoch und heftig schlagen. Man sollte sich ungeschminkt vor Augen halten, dass Hermsdorf sich mit Haaresbreite fast selbst um den so wichtigen Heimsieg gebracht hätte. Unverständlich, wie man eine so komfortabel Führung von zwischenzeitlich 10 Treffern verspielt. Ebenfalls, diese in Kürze aufeinander folgenden zwei roten Karten – gerade von dem, bis zu diesem Moment agierenden Stützen des Hermsdorfer Spiels – sollte zum Nachdenken anregen. Zu oft wurde in den zurückliegenden Spielen durch eigens gemachte Zeitstrafen dem Gegner immer wieder die Tür geöffnet, um wieder ins Spiel zu finden. Mangelt es den Spielern, hier an der von Trainer Steffen Reis zum Auftakt der Saison angemerkten Routine und Cleverness, eine Führung im Spiel sicher zu behaupten.

Glückwunsch – Ja. Schulter klopfen – Nein danke.
Hält man sich vor Augen, dass mit den kommenden zwei Heimspielen in Folge, unter anderem die TSG Groß Biedberau – derzeit ungeschlagen auf Platz 1 – sowie, dem TV Nieder-Olm – Platz 3 – ein anderes Kaliber in Hermsdorf auf dem Parkett steht, so dürfte klar sein, dass diese Mannschaften, sich solch bietende Chancen eiskalt ausnutzen werden.

Freuen wir uns, auf weitere attraktive Spiele unserer 1. Männermannschaft. Den ersten Grundstein für Klassenerhalt Regionalliga habt ihr gelegt. Und gegen eine Serie von drei Heimspielen und drei möglichen Siegen hat sicherlich niemand was auszusetzen.

 

Spielbericht 2:
Ich lauf jetzt noch wie Falschgeld rum – Jungs das dürft ihr nicht noch mal mit mir machen.

Das alle entscheidende Duell Pierre gegen Pierre entschied der Hermsdorfer Torhüter fünf Sekunden vor Ultimo zu seinen Gunsten. Was zuvor ab ging war Gesundheitsschädigend, jedenfalls für mich und bestimmt noch für einige andere.

40 Minuten souverän und 20 Minuten von allen guten Geistern verlassen.

Die ersten 30 Minuten und der Anfang der zweiten Halbzeit waren mehr als entspannend. Die Kreuzritter zogen kontinuierlich ihre Bahnen und vom 4:2 bis zur Halbzeit auf „beruhigende“ 21:13 davon. Auch der Beginn der zweiten Halbzeit bis zum 23:13 versprach einem relaxten Abend.
Aber Hermsdorf wäre nicht Hermsdorf, wenn da nicht noch was kippeln könnte.
Schlag 40. Minute begann das Chaos. Die Holzländer, bis dato nur mit zwei Zeitstrafen bedacht, fingen an Nachzudenken und Nachzudenken und Nachzudenken….und es hagelte eine Zeitstrafe nach der anderen. Basti kassierte in der 46. Minute nach 3 x 2` die erste Rote Karte. Ferenc folgte ihm für ein angebliches Foulspiel in der 47. Minute, es war gleichfalls seine Dritte und damit Rot. Für seinen verständlichen aber in dieser Situation unangebrachten Frust kassierte die Mannschaft zusätzlich nochmals 2 Minuten. Die Nerven lagen blank. Innerhalb von einer Minute den etatmäßigen Halblinken und Halbrechten verloren.
Norman, zurzeit etwas unpässlich, musste ran und konnte wenigstens etwas Entlastung schaffen. Stefan, bis dahin unglücklich im Abschluss, machte dann die mit entscheidenden Tore.
Der TVP baute sich auf und holte Tor um Tor, bedingt durch die permanente Spielerüberzahl, auf. 57. Minute erstmals Gleichstand beim 30:30. Sollte das Spiel wieder kippen. Hermsdorf ging in Führung 31:30. Der TVP glich aus. Eine Minute vor Schluss die erneute Führung des Gastgebers. 35 Sekunden waren noch zu spielen, Time Out durch Petterweils Trainer. An große taktische Anweisungen war nicht mehr zu denken. Kämpfen, Kämpfen, Kämpfen…
Erinnerungen an das Auswärtsspiel in Hassloch wurden wach. Da hatten wir zu diesem Zeitpunkt auch mit einem Tor geführt und 7 Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich kassiert.
Die Deckung arbeitete wie verrückt. Dann fünf Sekunden vor Ultimo das kollektive Erschrecken als der hessische Schiedsrichter Siebenmeter für die Gäste pfiff. Sollte das Ganze doch noch in die Hose gehen? Als ein solches wäre ein Unentschieden, nach diesem Spielverlauf zu werten. Petterweils Siebenmeterschützen vom Dienst, Pierre D`Aveta, bis dahin bei 7 Versuchen 7 mal erfolgreich, versagten die Nerven und Pierre Liebelt wurde zum viel umjubeltem Held des Abends.
Danach brachen alle Dämme.

Statistik:
Tore: Kietzmann (2); Geisenhainer (3); Riedel (4); Heilwagen (8); Klecha (5); Bergner (8/3); Herzig (2/0)
7 Meter: SVH 4/3 TVP 8/7
2 Minuten: SVH 12 (dabei 4 x 2` für Bergner und 3 x 2` für Klecha) TVP 6

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