Hermsdorfer Handballer gewinnen Derby in Ronneburg

Details Das Spiel war am Sonnabend noch gar nicht zu Ende, da sprangen die ersten Hermsdorfer Handballer schon fast auf das Spielfeld. Zwei Sekunden später war Schluss. Der SV Hermsdorf hatte das Derby-Rückspiel in der Mitteldeutschen Oberliga beim HSV Ronneburg noch 22:20 (9:10) gewonnen.
Ronneburg. "Wir sind jetzt sehr dicht dran am Klassenerhalt. Wir freuen uns, wir sind stolz, auch auf die Zuschauer. Heute waren bestimmt 150 Leute aus Hermsdorf angereist. Und die haben es verdient, dass wir uns in den letzten vier Heimspielen noch mal richtig reinhängen und alles geben", sagte SVH-Trainer Jens Friedrich.

Als der tschechische Top-Torjäger bei den Ronneburgern, Lukas Zwerina, in der 43. Minute vom Siebenmeterpunkt zum 17:14 verwandelte, sah es nicht mehr nach dem sechsten Auswärtserfolg für die Hermsdorfer in dieser Saison aus.

Doch mit der Verletzung von Zwerina gab es einen deutlichen Bruch im HSV-Angriffsspiel. Der Tscheche versuchte alles, die medizinische Abteilung leistete Schwerstarbeit. Doch das Knie war zu stark verletzt. Sein Trainer Steffen Schreiber schaute immer wieder zu seinem Spieler.

In der Phase zwischen der 45. und 50. Minute drehte Hermsdorf das Spiel. Rechtsaußen Eric Fischer erzielte das 18:17 (48.), wenig später erhöhte Michael Remme per Konter zum 19:17.

Dann folgte für Viele der Knackpunkt im Spiel. Ronneburg bekam einen Siebenmeter zugesprochen. Christian Szlapka kam ins Hermsdorfer Tor für Petr Nedved. Bei Ronneburg humpelte Zwerina von der Bank zum Siebenmeterpunkt und scheiterte an Szlapka.

Zwerina humpelte wieder zur Bank und signalisierte seinem Trainer: Es ging nicht mehr. Da waren immer noch zehn Minuten zu spielen.

Plötzlich standen die Gäste nur zu viert "auf der Platte". Remme hatte bei einer Abwehraktion den Fuß ausgestreckt Zeitstrafe. Opel brummte schon seine zwei Strafminuten ab. Die Ronneburger schafften noch mal den Anschluss zum 18:19 (53.). Remme rückte noch einmal in den Brennpunkt, er fing einen Tempogegenstoß weg und verhinderte den drohenden Ausgleich.

Fischer stellte den alten Zwei-Tor-Abstand her. Die letzten drei Minuten gehörten dem besten Mann an diesem Abend Hermsdorfs Linksaußen Radek Najman. Per Konter erhöhte er auf 21:18. Da waren noch zwei Minuten und 17 Sekunden zu spielen.

Ein Ruhekissen war das Polster nicht, weil Oliver Meyer den HSV schon 20 Sekunden später auf 19:21 heranbrachte.

Als Najmans Heber eine Beute von Robert Zehmisch wurde, und Förster mit seinem Tor den Gastgeber auf 20:21 verkürzte, war wieder alles drin. Es blieb Ronneburgs letzter Treffer. Najman schnappte sich einen Abpraller und zwirbelte den Ball am herausstürzenden Zehmisch vorbei zum 22:20-Endstand. Es war Najmans achter Treffer. Um 20.38 Uhr war der Derby-Rückspielsieg für Hermsdorf perfekt.

Die Hermsdorfer stehen mit diesen zwei Zählern aus dem Ronneburg-Spiel nun bei 21 Punkten, doch Trainer Friedrich denkt gar nicht daran, jetzt die Beine hochzulegen. "Wir sind noch nicht satt. Wir wollen noch weiter punkten. Vielleicht können wir mit einem Sieg gegen Oebisfelde auf den anderen Thüringer Mannschaften helfen, damit sie auch in der Liga drin bleiben."

Stimmen zum Derby-Sieg:

Jan Heilwagen: "Es war ein Kampfspiel. Die Abwehrreihen haben dominiert. Die Trainer haben in der Spielvorbereitung alles richtig gemacht. Es macht einfach riesen Spaß, in dieser Truppe Handball zu spielen."

Eric Fischer: "Für mich war es das erste Spiel nach der Verletzung. Ich bin froh, dass ich zum Sieg ein wenig mit beitragen konnte. Ob das heute schon der Klassenerhalt war, da will ich mich nicht festlegen."

Tobias Högl: "Ein Derby-Sieg ist immer was ganz Besonderes. Wir haben das Hinspiel verloren, heute haben wir das Rückspiel gewonnen. Der gehaltene Siebenmeter von Slappi war für mich die Vorentscheidung. Da war es rum, da war es für mich klar, dass wir das Spielfeld als Sieger verlassen werden."

Stefan Riedel: "Mit diesem Sieg sind wir einem sehr, sehr guten Weg in Richtung Klassenerhalt. Ein großes Lob muss ich an Radek loswerden. Was der heute geleistet hat, war vom feinsten. Man sollte den Jungen nie abschreiben."

(Quelle:OTZ)
   

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