Wieder kein Derby-Sieger

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Handball Landesliga: Die Frauen des HV Hermsdorf und des SV Hermsdorf trennen sich im dritten Vergleich erneut unentschieden. Sybille Weyda hätte noch fast ihrem HVH einen Sieg beschert.

Von Jens Henning

Hermsdorf. Als am Sonnabend das dritte Hermsdorfer Stadtderby im Frauenhandball Geschichte war und das Landesliga-Punktspiel 25:25 (11:11) endete, sah man auf dem Parkett der Werner-Seelenbinder-Sporthalle in Hermsdorf ganz unterschiedliche Szenen.

Während die Handballerinnen des HV Hermsdorf die Punkteteilung wie einen Sieg feierten, saßen die Kontrahentinnen vom SV Hermsdorf für einige Sekunden wie erstarrt auf den Bänken.

 

Um ein Haar hätten die knapp 200 Zuschauer den ersten Derbysieg des HV Hermsdorf erlebt. Sybille Weyda hatte mit der letzten Aktion des Spiels die Chance, ihr Team mit einen Tor zum 26:25-Sieg zu werfen. Ihr Ball aus vollem Lauf und aus acht Metern landete zwar im Netz, doch die Sirene als Zeichen für das Spielende ertönte vorher. Die beiden überzeugenden Spielleiter aus Altenburg zögerten bei ihrer Entscheidung nicht den Hauch einer Sekunde. Das Tor von Weyda fand keine Anerkennung. Die Fast-Torschützin nahm die Entscheidung mit einem Schmunzeln. "Na klar hätte ich heute gern das Siegtor geworfen. Ich war aber einfach nicht schnell genug. Jetzt weiß ich, was ich ab sofort im Training üben muss - die Schnelligkeit", sagte Weyda.

41 Sekunden vor dem Abpfiff waren die Gäste-Spielerinnen vom SV Hermsdorf noch obenauf. Kerstin Golz hatte vom Siebenmeterpunkt die HVH-Torfrau Maria Pfüller zum fünften Mal im Spiel überwunden. Der SVH führte 25:24. Golz atmete beim Zurücklaufen auf die Bank tief durch. "Ich war sehr aufgeregt. Ich wusste ja um den Spielstand. Wenn ich treffe, haben wir gute Chancen. Wenn nicht, hätte es noch mal knapp werden können", sagte Golz über ihren letzten Wurf im Spiel. Der Mitfavorit auf die Staffelmeisterschaft schien erneut das Stadtderby als Sieger zu beenden, wie schon im Dezember 2014.

Der gastgebende HV Hermsdorf, der über weite Strecken immer einem Rückstand hinterher lief, wollte aber wenigstens einen Punkt, wie im zweiten Stadtderby im März beim 24:24. Und tatsächlich schaffte Maria Schiller 17 Sekunden vor Ultimo das 25:25. Das Spiel war noch nicht beendet. Der SVH hatte noch einmal den Ball. In der Vorwärtsbewegung wurde das Spielgerät vertändelt. HVH-Torfrau Pfüller schnappte sich den Ball, warf ihn zur durchstartenden Sybille Weyda. Sie ließ den Ball noch einmal auftippen. Das war zu viel.

HVH-Trainer Frank Olbrich war unmittelbar nach dem Abpfiff ein wenig hin- und her gerissen. "Das war schon schade. Wir hätten ja das Spiel fast noch gewonnen. Ich bin dennoch sehr zufrieden. Wenn wir unsere Fehlerquote etwas minimiert hätten, wäre mehr möglich gewesen. Wir haben den Gegner in einigen Momenten einfach aufgebaut", sagte Olbrich.

Sein Gegenüber Andreas Schöppe, Trainer vom SV Hermsdorf, wollte nach dem Abpfiff nichts sagen. Stattdessen lief er raus vor die Halle und diskutierte Minuten lang mit seinem Co-Trainer Holger Panzner über verschiedene Szenen des Spiels, die seiner Mannschaft den Sieg kosteten.

Die SVH-Frauen verpassten zu Beginn der 57. Minute die Vorentscheidung, weil ihnen ein Wechselfehler passierte. Die Schöppe-Truppe führte 24:23 und hatte den Ball. Der Fehler an der Außenlinie kostete dem SVH nicht nur eine Spielerin, die mit einer Zeitstrafe belegt wurde. Der Ballbesitz wanderte an den HVH. Schöppe rastete aus. Er warf vor Wut seine Grüne Karte zu Boden. Kurz darauf schaffte Sybille Weyda auf Rechtsaußen für den HVH das 24:24.

Sybilles Schwester Susann kassierte in der 49. Minute ihre dritte Zeitstrafe. Für sie war das Spiel gelaufen. Die ersten zwei Herunterstellungen hatte sie sich kurz vor Ende der ersten Halbzeit eingehandelt, als sie eine Zeitstrafe mit den Worten "Kannst nicht Schritte zählen" in Richtung eines Spielleiters kommentierte.

Für Schöppe und Co blieb nach dem Spiel der Trost, dass sein Team auch im dritten Derby ungeschlagen bleibt. Am 7. Mai zum Saisonfinale sehen sich beide Frauenmannschaften aus Hermsdorf wieder. Von der Dramaturgie wünschen sich die meisten der objektiven Beobachter nur eine Konstellation: In diesem Spiel müsste es für die Schöppe-Mannschaft um den Staffelsieg gehen. Dann wäre wieder, wie am Sonnabend, mit einer solch traumhaften Kulisse für Frauen-Handballspiele mit 200 oder noch mehr Zuschauern zu rechnen.

HVH: Schubert, M. Pfüller - Schiller (3), Sybille Weyda (7), Susann Weyda (6), Pustal (2), Richter, Heusinger von Waldegge (7), Jaroch, A. Pfüller, Patzer SVH: Lippold, Hacker - Rüdiger, Leitholdt (1), Lena Kirsch (2), Panck (1), Klam, Peter, Schröder (8), K. Golz (6), Schulz (3), Beine (2), Winkler (2), C. Golz

(Quelle: OTZ/Jens Henning/25.01.2016)

   

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