"Wie ein Absteiger präsentiert"

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Handball Oberliga: Die Hermsdorfer Handballer können durchatmen. Am Wochenende gibt es in der Mitteldeutschen Oberliga der Männer drei Nachholspiele, ohne Hermsdorfer Beteiligung.

Von Jens Henning

Hermsdorf. In acht Tagen muss der SVH nach Aschersleben. Dass ausgerechnet bei diesem Gegner der Knoten platzt und der erste Saisonsieg im zehnten Punktspiel der Mitteldeutschen Oberliga gelingt, scheint mehr als fraglich.

Aschersleben ist Tabellenvierter. Der SV Hermsdorf reist unabhängig vom Ausgang der drei Nachholer als Schlusslicht an. Wäre jetzt die Saison vorbei, wäre Hermsdorf erster sportlicher Absteiger. Steffen Reis, Geschäftsführer der Handball Marketing Hermsdorf GmbH und der starke Mann in Handball-Hermsdorf, versicherte, "dass keiner freiwillig absteigen will. Aber im Moment muss ich sagen, präsentiert sich die Mannschaft wie ein Absteiger." Reis hofft, dass es vielleicht doch noch eine Rückkehr von Tobias Högl gibt. Denn Reis vermisst in der aktuellen Mannschaft die Führungsspieler. "Wir haben aktuell nur einen Spieler, an denen sich die anderen aufrichten können. Das ist Stefan Riedel. Ein Leader ist aber zu wenig. Tobi wäre ein zweiter Leader", sagte Reis.



Ohne die Führungsspieler "kriegen wir dass zu sehen, wie im Spiel gegen Staßfurt. Da orientiert sich jeder der jungen und unsicheren Spieler an dem schlechten Spieler." Nicht einverstanden ist Reis mit den Einsatzzeiten, die Rückraumspieler Sebastian Triller im Moment bekommt. "Der Junge braucht in jeder Halbzeit seine Phasen, wo er sich ausruhen muss. Es bringt doch nichts, wenn ich den Jungen 60 Minuten durchspielen lasse und dann ist er nach 40 Minuten platt. Da versuche ich doch lieber, ihn in jeder Halbzeit 20 Minuten zu bringen. Damit er 40 Minuten lang top-fit ist und uns mit seinen einfachen Toren helfen kann." Reis vermisst mehr Experimente im Spiel.

Trainer Steffen Schreiber, der seit dem 1. Juli die Hermsdorfer Mannschaft übernommen hat, steht für Steffen Reis nicht zur Diskussion. "Raupe macht ein ausgezeichnetes Training. Die Trainingsbeteiligung ist hoch. Die Spieler haben Spaß beim Training" sagte Reis. Dennoch, so Reis weiter, würde er sich wünschen, dass vielleicht ein zweiter Mann mit auf der Bank sitzen würde. Ferenc Bergner, der vor Monaten als Co-Trainer präsentiert wurde, ist kein Thema. "Ferenc hat das Dienstag-Training übernommen, weil es Raupe an dem Tag zeitlich nicht schafft. Mehr aber auch nicht. Das war von Anfang an so besprochen worden", sagte Reis zur Personalie Bergner.

Reis und Schreiber, denen man auch privat ein gutes Verhältnis nachsagt, reden viel und regelmäßig miteinander. "Raupe hat zwar einen Vertrag bei uns. Er ist aber kein Despot, kein Alleinherrscher, der keinen zweiten Mann zulassen würde und der keine Hilfe annehmen würde. Wir haben aber keinen anderen", sagte Reis.

Dass Tobias Högl, der regelmäßig mit Familie die Heimspiele besucht, aber die Spiele nur aus der Zuschauerrolle verfolgt, nicht mehr für den SVH spielt, bedauert Reis sehr. "Die Gründe, warum er nicht mehr spielt, will und möchte ich nicht noch einmal aufwärmen. Das haben andere zu verantworten. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass er uns allein mit seiner Anwesenheit gut zu Gesicht stehen würde. Er würde der Mannschaft sofort weiterhelfen." Setzt es in Aschersleben die neunte Niederlage in Folge und siegt parallel Pirna gegen Plauen-Oberlosa hätte der SV Hermsdorf schon sechs Zähler Rückstand auf den drittletzten Tabellenrang.

(Quelle: OTZ/Jens Henning/11.11.2016)

   

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